jeudi 23 septembre 2010

2 Realismus und Neue Sachlichkeit 1924-1928

Langsam wird die neue Republik stabiler. Eine neue stabile Währung ist eingerichtet, die Reichsmark. Auch die Athmosphäre wird ruhiger.

Das Kino erlebt neue Tendenzen, es behält einige Elemente des Expressionismus, aber wird stark vom Realismus geprägt. Es ist das Ende von fantastischen Filme und gruseligen Schauermärchen, die Angst veruchsachen. Nun interessiert man sich für eine Realität, die manchmal auch roh dargestellt wird.

Drei wichtigen Filmmacher dieser Periode sind E. A. Dupont, G.W. Pabst und Fritz Lang. E. A. Dupont, macht eher Trivialfilme, die von Eifersucht, Mord und Liebe handeln. G.W. Pabst macht seinerseits Milieudramas und Straßenfilme wie Die freudlose Gasse. Fritz Lang interessiert sich für die moderne Welt mit seinem Film Metropolis.

2.1 Die Freudlose Gasse (1925) von G.W. Pabst

(mit Greta Garbo [Grete], Asta Nielsen [Maria], Werner Krauss [Der Fleischer] und Valeska Gert [Frau Greifer]

In der Melchiorgasse in Wien 1921 gibt es neben verarmten Bürgern und Lumpenproletariat nur 2 wohlhabende Menschen: Der Fleischer Geiringer und die Schneiderin Frau Greifer, die Fleisch und Kleidungen gegen Prostitution verhandeln. Maria und Grete sind zwei junge Frauen, die Nachbarinnen sind. Maria ist Wascharbeiterin und prostituiert sich, ermordet dann eine Frau aus Eifersucht und endet im Gefängnis. Die verletzliche Grete ist eine kleine Angestellte, Haushalterin und Mutter Ersatz für ihre kleine Schwester. Um Geld zu verdienen, wird sie erpresst, sich zu prostiuieren. Sie hat aber mehr Glück als Maria, da sie sie einen Jungen Amerikaner aus dem Roten Kreuz kennenlernen und sie verlieben sich. Sie zerfällt also nicht in der Prostitution. Am Ende des Filmes tötet eine junge Frau (Else) den Fleischer, weil er ihr keinen Fleisch geben will und die armen Einwohner wenden sich gegen die Reichen.

Die Freudlose Gasse ist ein Milieudrama und gehört zum sozialen Realismus, beinhaltet jedoch expressionistische Elemente, da der Film eine Atelieraufnahme ist, in dem die gesamte Kulissen der Strassen rekonstruiert sind. Die Szene spielt 1921 in der Melchiorgasse in Wien während der Inflation. Die kleine Bourgeoisie wird immer ärmer und zerfällt in Elend, in Prostitution und Kriminalität. Der Film zeigt deutlich eine grausame Wirklichkeit.1

Nur einige profitieren von der Krise, wie die wohlhabenden Bürger, die Bänker sind, der tyrannische Fleischer und die Besitzerin des Modesalons und Bordels Frau Greifer.

Die Originalfassung dauert 3 Stunde, wird jedoch geschnitten. In England und in Frankreich sind die letzten 20 Minuten geschschnitten, weil sie eine soziale Revolution darstellen, wenn die armen Leute sich gegen die Reichen gewaltsam wehren. In Österreich hat man alle Szenen, in denen der sadistische Fleischer erscheint, geschnitten. In Italien sind die Szenen mit dem Bordel wegen der Morale verboten. In den USA behält man nur die Szenen mit Greta Garbo, das heißt nur 60 Minuten des ganzen Filmes. 1996 rekonstruiert man eine Neuverfassung mit 40 von diesen geschnittenen Kopien, die nun 180 Minuten dauert.2


2.2 Metropolis (1927) von Fritz Lang

(mit Brigitte Helm [Maria & Roboter Maria] und Gustav Fröhlich [Freder])

Nach einem Roman und Drehbuch von Thea von Harbou

Metropolis ist eine futuristische Stadt, die in zwei Welten geteilt ist: Die Eliteklasse lebt im Luxus und die Arbeitsklasse unter der Erde arbeitet an einer riesigen Maschine bis zur Erschöpfung und zum Tod. Als die junge Maria mit einigen Kinder von der Unterwelt in der Welt der Elite erscheint, zeigt sie den Kinder wie die Leute 'da oben', leben. Der junge Freder, der Sohn von dem Führer Metropolis, verliebt sich spontan in Maria, als er sie sieht. Um sie wiederzufinden, geht er in die Unterwelt und sieht, wie die Arbeiter sich zu Tode arbeiten. Als ein Arbeiter einen Fehler macht, fängt die riesige Maschine an, die Arbeiter zu fressen. Freder erklärt die Lebensbedingungen der Arbeiter an seinem Vater, der aber nichts macht, um es zu verbessern. Freder geht zurück in die Unterwelt und wird von einem Spion verfolgt. Er ersetzt einen Arbeiter und nimmt an einer geheimen Versammlung teil, in der Maria das Ankommen eines Messias propheziert, der die zwei Welten von unten und oben vereinigen wird. Der Vater erfährt die Pläne der Leute von der Unterwelt, er geht zu dem Erfinder der Maschine Rotwang, der den Roboter Maria (Kopie von der richtigen Maria) erschafft, um diese Pläne zu zerstören und die Kontrolle der Unterstadt zu behalten. Aber Rotwang hat andere Pläne mit dem Roboter. Der Roboter Maria regt die Arbeiter zur Revolution an und Zerstört die Maschinen. Aber alles endet gut, weil Maria und Freder die Stadt retten. Durch einen Händedruck söhnen sich die Unterwelt mit der Elite Klasse aus.

Fritz Lang mag Abenteuer und interessiert sich für die moderne Welt.1 Er behandelt auch oft die Themen von Macht, Liebe, Verrat, Rache und Tod in seinen Filmen.

Sein bekanntestes Werk bleibt bis heute Metropolis, dessen Drehbuch von seiner Frau Thea von Harbou geschrieben wurde. Die Superproduktion ist jedoch der teuerste und katastrophalste Film der Weimarer Republik, da er ungefähr 5,3 Millionen Mark kostet. Der Film ruiniert die UFA, die sich schon in einem schlechten Zustand befindet.

Metropolis beinhaltet expressionistische Elemente mit seiner futuristischen Kulisse, gehört aber auch zur Neuen Sachlichkeit2 mit seiner Sicht der entmenschlichten Stadt der Zukunft. Es gibt mehr als 36000 Statisten, meistens Arbeitslose, die die Menschenmasse spielen.

Man kann hier eine Kritik – oder eine Faszination? - der entmenschlichten zukünftigen Welt der Maschinen und Automaten sehen, in der die Menschen abhängig von den Machinen sind. Dr Film als Kunstwerk ist sehr ästhetisch dargestellt und ist von vielen Mythen geprägt.

Die Massenszenen und Aufmärsche sind aber nach Kracauer sehr negativ zu interpretieren, da es an dem Totalitarismus, an die Nationalsozialisten oder Naziideologien erinnert.3

''Krakauer widmet sich insbesondere dem 'Ornament der Masse', das in Metropolis durch die geometrich choreographierten Aufmärsche der entindividualisierten Massenszenen nicht zuletzt Manifestationen totalitärer Demagogie sind, [...]'' 4

Am Ende gibt es einen Händedruck und eine Aussöhnung zwischen dem Kapital und der Arbeit,

''Mittler zwischen Hirn[Das Kapital] und Händen[Die Arbeit] muss das Herz sein.'' 5 Es klingt irgendwie nach einen naiven Happy End, weil diese Vereinigung der Arbeit mit dem Kapital unmöglich in der Realität zu schaffen ist.6

Metropolis fasziniert noch heutzutage, es ist eine Legende geworden und ist im Gedächnis geblieben. Der Film der Stadt der Zukunft hat die Science Fiktion von heute sehr beeinflusst, wie Batman (1989) von Tim Burton, Blade Runner (1982)Von Ridley Scott, Demolition Man (1993) von Marco Brambilla , oder noch einigen Szenen von The Wall(1982) von de Musikband Pink Floyd.


2.3 Die Neue Sachlichkeit


In dieser Periode erscheint eine neue Gattung: die Neue Sachlichkeit. Sie umfasst einen neuen Realismus, in dem die Fantasie und der Expressionismus nichts mehr damit zu tun haben. Es ist ein neues Experiment, in dem die Filme unpolitisch und nicht engagiert sind. Kurzum wird die Realität gezeigt, wie sie wirklich ist, jedoch mit einer gewissen Ästhetik verarbeitet.

Der Film von Walther Ruttman Berlin, die Sinfonie der Großstadt (1927) gehört zur Neuen Sachlichkeit. Der Film zeigt einen Tag in Berlin und ist wie ein Dokumentarfilm gedreht. Man sieht den Straßenverkehr, Werbungen, Theater, Maschinen, Prostitution. Die Stadt scheint wirklich eine riesige lebhafte Maschine zu sein, die mit Mechanismen funktioniert.

Aber die Filme der Neuen Sachlichkeit zeigen auch die Krise der Realität, Alltagstragödie, Desillusion der Politik und Fatalismus,7 wie in dem Film Geschlecht in Fesseln (1928) von und mit Wilhelm Dieterle, der über die Lebensbedingungen im Gefängnis aufklärt und von der Homosexualität redet.


1Bernard Eisenschitz, Le cinéma allemand, Paris, 2004, S. 28

2Siehe Punkt 2.3 Die Neue Sachlichkeit, S. 7

3Bernard Eisenschitz, Le cinéma allemand, Paris, 2004, S. 32

4 Film der Weimarer Republik: http//www.filmportal.de

5Letzer Satz des Filmes Metropolis

6Bernard Eisenschitz, Le cinéma allemand, Paris, 2004, S. 33

7Bernard Eisenschitz, Le cinéma allemand, Paris, 2004, S. 39


1Siehe Kapitel 1 Die schwierigen Anfangzeiten der Weimarer Republik und die Blühtezeit des Kinos – 1918-1923,

S. 2

2 Monika Bellan, 100 ans de cinéma allemand, Paris, 2001, S. 37

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